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Rezensionen

im Rahmen des Vine-Produkttesterprogramms

LG Electronics F14A8FDH2NH Waschtrockner / 1,224 kWh / 9kg / 14 vorprogrammierte Programme / weiß [Energieklasse A]

Moderne Wasch-Trockner-Kombination für sehr Geduldige,
11. November 2016

Nachdem wir jahrzehntelang getrenntes Waschen und Trocknen gewöhnt sind, ist der Waschtrockner mit beiden Funktionen für uns eine echte Neuheit und erfordert auch einige Umstellung. Wir hatten zwei Gründe für den Test: Die Vorzüge eines modernen, Energie sparenden Geräts kennenzulernen und Waschen und Trocknen für bestimmte Wäschezusammenstellungen in einem Durchgang durchführen zu können. So haben wir eine ältere Waschmaschine durch den Waschtrockner ersetzt und betreiben aktuell eine etwa zehn Jahre alte Waschmaschine der Marke Miele, einen noch älteren Trockner und den neuen Waschtrockner von LG Electronics parallel. Eine ganz gute Konstellation, um Veränderungen und Unterschiede in Technik und Handhabung testen und vergleichen zu können. Rein äußerlich dominiert bei dem Gerät der Eindruck einer Waschmaschine. Lediglich das deutlich größere Bullauge und beim Blick nach innen die größere Trommel zeugen davon, dass hier zwei Technologien zu einem Ganzen zusammengeführt wurden. Mit einigen Vorzügen, aber auch unübersehbaren Schwächen gegenüber den spezialisierten Geräten, wie ich im Folgenden versuche zu erläutern.

INSTALLATION
Die Maschine wird mit einer Spedition angeliefert und ist gut verpackt. Eine Ummantelung bzw. ein Kantenschutz aus Styropor verhindert Beschädigungen. Für den Transport im Haus bis zum Standort ist eine Sackkarre o. ä. nützlich, da die ca. 70 kg doch anders schwer zu bewegen sind. Die Installation macht kaum Probleme, zumal die beiliegende Schnellanleitung ziemlich eindeutig und verständlich ist. Nach dem Entfernen der Transportsicherungsschrauben für die Trommel kann man, falls erforderlich, die Standfüße justieren, um einen sicheren Stand zu erreichen. Das hat sich in unserem Fall als notwendig erwiesen und war mit dem beiliegenden Schlüssel schnell erledigt. Wenn man dann die Füße mit der Kontermutter noch feststellt, sind gute Voraussetzungen gegeben, dass die Maschine im Betrieb möglichst geringe Vibrationen erzeugt. Während der Abwasserschlauch integriert ist und nur in die Abwasserleitung gesteckt werden muss, ist ein spezieller Schlauch für die Wasserzufuhr gesondert hinzugelegt. Man findet ihn verpackt in der Waschtrommel. Die Montage ist auch hier einfach, da der Schlauch und die Dichtung auf der Geräteseite natürlich für die Maschine optimiert sind. Am anderen Ende kann der Schraubverschluss direkt an einen Wasserhahn mit Gewinde angeschlossen werden. Anschließend Wasser aufdrehen und testen – Die Maschine ist dann schon betriebsbereit.

SPARSAMKEIT
Die Energieeffizienzklasse der Maschine ist mit A ausgezeichnet. Das ist nach der alten Kennzeichnung mit sieben Effizienzstufen die sparsamste. Auch die integrierten Sparprogramme und eine integrierte, optional wählbare Technologie zum Wasser sparenden Trocknen, als „Eco Hybrid-Technologie“ bezeichnet, zeugen von dem Ehrgeiz, auf dem Gebiet des Wasser und Strom sparenden Waschens und Trocknens Fortschritte zu machen. Das ist im Hinblick auf entsprechende, zunehmend ehrgeiziger formulierte EU-Richtlinien auch für Waschmaschinen, Trockner und Waschtrockner verständlich und wünschenswert. Dennoch bleibt bei diesem Thema einiges unbefriedigend:
• Für den technischen Laien ist es nahezu unmöglich, die Verbrauchswerte im Einzelnen zu überprüfen. Zwar ist davon auszugehen, dass die neueren Geräte erheblich weniger Strom und Wasser verbrauchen, die Werte sind aber immer für exemplarische Beladungen, Wäschezusammensetzungen, Temperaturen, oder z. B. nur für Waschen u. s. w. angegeben. Im normalen Betrieb wird es diese experimentellen Bedingungen so nicht geben. Deshalb ist es kaum möglich, die Effizienz im Hinblick auf Strom- und Wasserverbrauch zwischen den verschiedenen Programmen wirklich zu vergleichen. Man muss sich hier letztlich auf die Angaben des Herstellers verlassen und die richtige Lösung für die eigene Wasch- und Trockner-Routine finden.
• Im direkten Vergleich mit älteren, mehr Strom und Wasser verbrauchenden sowohl Waschmaschinen als auch Trocknern fällt bei diesem Waschtrockner sofort auf: Anders als der Werbeaufkleber auf dem Kopf der Maschine, der von Strom- und Zeitersparnis spricht, vermuten lässt, ist die Programmdauer erkennbar länger. Offensichtlich geht Sparsamkeit doch auf Kosten des Zeitbedarfs. Das ist für die Waschprogramme schon erkennbar, die, soweit man das zwischen den Geräten überhaupt vergleichen kann, beim spezialisierten Gerät etwas kürzer ausfallen. Beim Trocknen aber ist es ganz offensichtlich. Unser älterer Trockner mit Entlüftung nach außen und Flusensieb in der Tür, bringt in wesentlich kürzerer Zeit schranktrockene Ergebnisse. Hier benötigt das Trocknerprogramm des Waschtrockners im direkten Vergleich z. T. 3- bis 5-mal länger. So stellt sich sowohl beim Wasser- als auch beim Stromverbrauch natürlich auch die Frage, in welchem Maße längere Programmlaufzeiten den Effizienzgewinn am Ende wieder schmälern.
• Auch bei den Waschmaschinen und Trocknern ist bereits die Auszeichnung mit den Effizienzklassen A+++ bis G möglich. Dieses auf 10 Klassen erweiterte Spektrum ist noch nicht so häufig zu finden. Bei LG Electronics ist z. B. mit der F 16F9 BDS2H ein Gerät der Effizienzklasse A+++ erhältlich. Bei Kühl- und Gefriergeräten, bei denen diese besonders effizienten Geräte schon länger auf dem Markt sind, liegen zwischen A und A+++ ca. 60 Prozent Differenz im Stromverbrauch. Insofern ist sicher auch für Waschtrockner das Ende der Fahnenstange im punkto Effizienz noch nicht erreicht. Die Klasse A ist deshalb gut, wird in den kommenden Jahren sicher noch deutlich übertroffen werden. Eine Technologie im Wandel.

BEDIENUNG
Die Handhabung der Maschine ist größtenteils intuitiv möglich, erfordert im Detail aber einige Eingewöhnung und auch den einen oder anderen Tauglichkeitstest:
• Man hat die vertraute Schublade für das Einfüllen von Waschmittel, Hauptwaschgang und bei Bedarf Vorwäsche und Weichspüler. Sehr praktisch: Das Schubfach lässt sich herausziehen und separat reinigen.
• Eine Taste zum Anschalten der Maschine, dann das Wahlrad, dann die Taste zum Programmstart. Sehr einfach und in der logischen Reihenfolge angeordnet.
• Das leichtgängige Wahlrad für die Programme kennzeichnet das eingestellte Programm mit einer beleuchteten Markierung. Modifizierungen der voreingestellten Programmoptionen sind über das Touch-Bedienfeld rechts möglich. Dessen Bedienung ist gegenüber älteren Geräten sicherlich neu. Andererseits ist man die Navigationslogik (mehrfaches Drücken, um zwischen den Optionen einer Einstellung, z. B. Temperatur, Schleudergeschwindigkeit, Dauer u. a., hin- und her zu springen) von anderen modernen Elektronikgeräten bereits gewöhnt. Die Vielfalt der Optionen ist zunächst erschlagend. Manches ist auch erst durch Studieren der übrigens sehr ausführlichen Bedienungsanleitung verständlich. Wieder anderes muss man aber wirklich testen, da die Erläuterungen, wie z. B. zum Steam Wash, nicht immer eindeutig sind und man solche Einstellungen erst einmal mit den eigenen Ansprüchen und Gewohnheiten in Übereinstimmung bringen muss.
• Irritierend finde ich, dass durch das Optionenfeld vorgenommene Änderungen an den voreingestellten Optionen eines Programms zwar möglich sind, in manchen Fällen aber nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Beispiel: Die Trockneroption wird auf „schranktrocken“ eingestellt. Die Anzeige für‘s Schleudern springt automatisch auf 1400 Umdrehungen. Wenn ich aber nun meine Wäsche schonen möchte und auf eine niedrigere Schleudergeschwindigkeit umstelle, wird die Einstellung akzeptiert und das Programm bis zum Ende abgespult. Nur die Wäsche ist letztlich nicht schranktrocken, sondern maximal bügelfeucht. Hier hätte ich eigentlich eine automatische Blockade nicht zielführender Einstellungen erwartet.
• Grundsätzlich praktisch finde ich, dass man die Wäsche zum Trocknen tatsächlich nicht erst herausnehmen muss. Waschen und Trocknen können tatsächlich in einem Gang hintereinander ablaufen. Das ist für mich das eigentlich bestechende an dieser Technik, die eine Art Bequemlichkeit ermöglicht, wenn man bereit ist, z. T. sehr lange Laufzeiten zu akzeptieren.

WASCHEN UND TROCKNEN
Auf Grund der langen Programmlaufzeiten ist die Maschine in unserem Ensemble neben Waschmaschine und Trockner eher die dritte Wahl. Sie kommt dann zum Einsatz, wenn es kein enges Zeitfenster gibt und wir den Einsatz von zwei Geräten für Waschen und Trocknen vermeiden wollen. Die Programmbezeichnungen sind m. E. für diese Verwendung teils unklar. Man muss da wirklich verschiedene Optionskombinationen durchprobieren. Zum Beispiel gibt’s auf dem Programmwählrad die Einstellung „Waschen & Trocknen (bis 6 kg)“, aber natürlich kann man die Trocknerfunktion auch bei jeder anderen Programmvorwahl hinzuwählen. Einige Hinweise, für welche Verwendung welches Programm eigentlich gedacht ist und welche Optionen jeweils zur Wahl stehen oder fest integriert sind, bietet die Bedienungsanleitung. Dabei fällt mir immer wieder auf:
1. Das Trocknen verlängert die Laufzeit ganz erheblich. Kein Wunder, die Trocknerprogramme sehen bei der Option „Zeit“ drei Optionen, 30, 60 und 120 Minuten vor. Mit 120 Minuten nur für‘s Trocknen bei Beladung mit 3,0 kg und mehr muss man dann auch bei der Kombination mit einem Waschprogramm rechnen. Und Eco-Trocknen verlängert die Dauer nochmal etwas.
2. Abweichungen von den Programmvoreinstellungen wie z. B. höhere Temperatur oder weniger Umdrehungen sind meist mit weiterem Zeitbedarf verbunden.
3. Die Zeitangabe für die Gesamtdauer ist bei Standardprogrammen schon vorab angezeigt, bei Abweichungen davon wird sie später bestimmt. Bei einigen Programmkombinationen wird die Trocknungsdauer nach einem Abwiegen im Anschluss ans Schleudern nachträglich korrigiert, so dass die ursprünglich angezeigte Dauer in solchen Fällen nur eine Schätzung bedeutet. Dabei bleibt die Uhr auch gelegentlich stehen, zählt also nicht kontinuierlich rückwärts, ohne dass dafür ein Grund erkennbar wäre.
Zwei konkrete Beispiele:
>> Programm „Kurz 30 Min“
Voreinstellung ist: Temperatur 20 °C, Zeit Normal, Umdrehungen 800, Dauer 30 Min.
Bei Korrektur bzw. Erweiterung auf: 40 °C, 1400 Umdrehungen und Trocknen auf „schranktrocken“ verlängert sich die geschätzte Gesamtdauer auf 2 Stunden, 48 Minuten, mit Eco-Trocknen sogar auf 3 Stunden, 12 Minuten. Tatsächlich wird die Trocknungsdauer nach dem Schleudern bei etwa 2 Kilo Beladung auf 1 Stunde, 15 Minuten verkürzt.
Waschen mit Kurzprogramm und schranktrockenes Trocknen dauert bei etwa 2 Kilo also mindestens 1 Stunde 45 Minuten.
>> Programm „Pflegeleicht“
Voreinstellung ist: Temperatur 40 °C, Zeit Normal, Umdrehungen 1000
Wenn man zu diesem Programm die Option „schranktrocken“ wählt wird eine Gesamtdauer von 4 Stunden, 42 Minuten angezeigt. Durch Umstellung der Zeitoption auf „Zeit sparen“ kann die Dauer auf 3 Stunden, 34 Minuten verkürzt werden. Die tatsächliche Laufzeit war in unseren Tests aber noch ca. 15 Minuten länger.

WASCHEN UND TROCKNEN
*** Startzeitvorwahl
Eigentlich eine nützliche Funktion. Allerdings gelingt es mir nicht, Minuten einzustellen. Es ist deshalb, was mir fast unwahrscheinlich erscheint, nur möglich, zu einer vollen Stunde zu starten.
*** Favoritenwahl
Auch das sehr sinnvoll, da man ja gewöhnlich immer dieselben Programmeinstellungen wählt. Leider ist die Taste nur einfach belegbar, so dass man nur eine individuelle Programmeinstellung mit dieser Taste aktivieren kann.
*** Smart Diagnosis / Programm-Downloads
Diese Funktion zur einfachen Supportunterstützung im Störungsfall und die weiteren Optionen zum Download von zusätzlichen Waschprogrammen soll mit einer App über‘s Smartphone gesteuert werden. Die App konnte ich zwar installieren, aber die Verbindung zum Gerät bzw. die Registrierung ist bei meinen bisherigen Versuchen fehlgeschlagen. Die Bedienungsanleitung macht auf mögliche Probleme bei der Übertragung hin, die bei uns evtl. wegen einer zu großen Entfernung gegeben sind. Die darin enthaltenen Möglichkeiten konnte ich deshalb leider nicht testen.

© Bernhard Lux
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