Lade...

Rezensionen

im Rahmen des Vine-Produkttesterprogramms

Beko RFNE290K36W Gefrierschränke / A++ / 171.4 cm / 241kWh/Jahr / 250 L Gefrierteil / No Frost [Energieklasse A++]

Sparsam, leise, wartungsarm – Schwächen in der Fächeraufteilung, 4. Februar 2017

Ein Austausch unseres etwa 15 Jahre alten Gefrierschranks der Marke Liebherr war dringend angesagt. Die Stabilität der Kunststoffinnenteile war zwar noch vorhanden, das Gerät hatte inzwischen einen deutlich hörbaren und störenden Geräuschpegel erreicht und musste immer öfter abgetaut werden. Zudem war uns bekannt, dass im Vergleich zu neuerer Technik der Stromverbrauch von Gefriergeräten dieses Alters deutlich höher liegt und entsprechend die Stromrechnung belastet. In Bezug auf diese drei Kriterien – Stromverbrauch, Frostentwicklung und Geräuschemission – ist dieser Beko Gefrierschrank mit Energieeffizienzklasse A++, No-Frost-Technologie und 42 dB Geräuschentwicklung ein deutlicher Fortschritt und eine Entlastung in punkto Stromverbrauchskosten, Wartungsaufwand und Betriebsgeräuschen bei vergleichbarem Volumen des Gefrierraums.

ENERGIEVERBRAUCH - STROMKOSTEN
Die Energieeffizienzklasse A++ ist zwar nicht die höchste Effizienzklasse. Beko bietet aber in diesem Gerätebereich offenbar kein noch sparsameres Gerät an und die Kosten für die effizientesten Geräte der Klasse A+++ liegen noch einmal deutlich oberhalb. Wenn man davon ausgeht, dass die Stromersparnis gegenüber dem 15 Jahre alten Gerät deutlich ist, nach unabhängigen Richtwerten dürften das in diesem Fall ca. 100 Euro oder etwas mehr im Jahr sein, wäre die zusätzliche Ersparnis durch A+++ ohnehin nur vergleichsweise geringfügig. Es ist insofern fraglich, ob unter Kostengesichtspunkten die Investition in die höchste Klasse sich bei der angegebenen Auslegung des Geräts auf 10 Jahre Gebrauchsdauer überhaupt rechnen würde.

NO FROST
Das ist für uns eine wichtige Funktion moderner Kühlgeräte. Das Abtauen eines voll beladenen Gefrierschranks ist eine lästige und hektische Arbeit, da man das Gefriergut zuvor herausnehmen und irgendwo so zwischenlagern muss, dass es zwischenzeitlich nicht auftaut. Die No-Frost-Technik macht solchen Aufwand überflüssig. Bei der von uns eingestellten mittleren Gefriertemperatur ist bisher auch keine Eisbildung an den eingelegten Glasböden festzustellen. Eine für die Wartung und Pflege sehr nützliche Ausstattung.

GERÄUSCHE
Es ist nicht so, dass der Gefrierschrank gar nicht mehr hörbar wäre. Aber die laut Energielabel angegebenen 42 dB liegen deutlich unterhalb eines Pegels, der als deutlicher Lärm empfunden wird (ab ca. 65 dB). Für Geräuschempfindliche wie uns ist das eine große Entlastung. Die beim alten Gerät zwischenzeitlich extrem störenden Vibrationen und surrenden Betriebsgeräusche sind jetzt passé. Wichtig ist dafür allerdings auch, den Schrank mithilfe der justierbaren Füße an der Frontseite so zu stabilisieren, dass keine Vibration entsteht. Ein anfänglich hörbares Vibrationsgeräusch konnten wir so leicht abstellen.

AUFBAU / INBETRIEBNAHME
Das Gerät wird mit einer Kartonumverpackung und mit einem Eckenschutz aus Styropor geliefert. Es kam unbeschadet an und konnte mit seinen ca. 70 kg Gewicht mit Hilfe einer Sackkarre recht leicht an seinen Standort transportiert werden. Der Aufbau ist einfach. Es empfiehlt sich allerdings, wie auch empfohlen, vorab die Gebrauchsanleitung vollständig durchzulesen, da man sonst z. b. die Justiermöglichkeit der Füße und vielleicht auch andere Faktoren, wie den empfohlenen Abstand zu benachbarten Kühlgeräten, die Bedeutung der Umgebungstemperatur oder das notwendige Anbringen der Wandabstandshalter auf der Rückseite des Geräts leicht übersieht. Ansonsten sind die erstmalige Einrichtung, z. B. die Einstellung der Kühltemperatur über das Bedienfeld, und die Inbetriebnahme aber unproblematisch.
Negative Beobachtungen:
- Irritierend ist die Anleitung dadurch, dass sie sich auf verschiedene Kühl- und Gefriergerätetypen der Marke Beko bezieht und man selbst herausfinden muss, welche Angaben auf das eigene Gerät zutreffen. Bestimmte Elemente, wie die beiliegende Schale mit Eiswürfelformen und verschiedenen Kleinteilen werden gar nicht erwähnt. Ihre Zuordnung, Platzierung und Montage bleibt für mich deshalb rätselhaft.
- Die Isolierplatte an der Rückseite ist bei unserem Exemplar an einer Ecke nicht exakt eingefügt und steht deutlich heraus. Leider lässt sich das nicht mehr hineindrücken. Da das aber offensichtlich nicht mit einer Funktionsstörung verbunden ist und auch die Dichtigkeit nicht beeinträchtigt scheint, haben wir keine Reklamation vorgenommen. Unverständlich ist die Auslieferung in diesem Zustand aber schon, da diese Platte an verschiedenen Stellen explizit mit Klammerelementen fixiert ist und das den Monteuren aufgefallen sein muss.

AUFTEILUNG / GEFRIEFÄCHER
Für die laufende Nutzung des Gefrierschranks sind die Gefrierfächer, ihre Dimensionierung, Anzahl und Verteilung sicher das Wichtigste. Hierzu ist zu sagen, dass die integrierten Schubladen sich relativ gut schieben lassen. Die transparente Front ist insofern nützlich, als man von außen einen ersten Eindruck vom Inhalt hat, nützt aber praktisch doch nicht sehr viel, da man die Schublade letztlich doch herausziehen muss, um den gestapelten Inhalt zu unterscheiden. Unterm Strich würde ich eine Schubladenfront aus opakem Material vorziehen, da die transparenten Kunststoffteile erfahrungsgemäß bei längerer Beanspruchung zu Beschädigungen, Reißen o. ä. neigen. Bezüglich der Anzahl würde ich mir mehr Fächer wünschen. Im Vergleich zu unserem älteren Gerät sind es weniger Fächer, nämlich insgesamt sieben. Diese unterteilen sich in die vier Schubladen, davon zwei mit etwa 25 cm Höhe und zwei mit etwa 20 cm Höhe, zwei offene Regalfächer mit Glasboden mit etwa 20 cm Höhe und einem oberen Fach mit Glasboden, das mit etwa 18 cm Höhe eine transparente Klappfront abschließt. Natürlich hängt es immer von der konkreten Zusammenstellung und Gefrierguts und der jeweiligen Menge ab, welche Aufteilung sinnvoll und nützlich ist. Da bei uns der Schrank immer sehr gut gefüllt ist und wir in der Regel nur wenige voluminöse Teile einfrieren, wäre für uns eine größere Zahl von dann etwas niedrigeren Schubladen vorteilhafter. So müssen wir zu viel innerhalb eines Fachs stapeln, was die Übersichtlichkeit reduziert. Vor allem aber sehen wir keinen Nutzen in den offenen Regalfächern, da die nur für leicht stapelbare Teile wie Pizzen, Eiskübeln oder ähnliches vorteilhaft sind und bei allem anderen die Gefahr besteht, dass sie herausfallen. Auch die nach oben klappbare Frontabdeckung des obersten Fachs ist da keine wirkliche Lösung. Deshalb wäre ausschließlich Schubladen und 2-3 niedrigere mehr davon aus unserer Sicht die bessere Lösung.

FAZIT
Insgesamt freuen wir uns über ein modernes, sparsames Kühlgerät der zweitbesten Energieeffizienzklasse, das sehr leise arbeitet und wartungsarm ist. Die Schwächen in der Aufteilung und Konstruktion der Fächer versuchen wir durch planvollere Verteilung des Gefrierguts auszugleichen.

© Bernhard Lux
@amazon